Aktuelles
Cyberangriff auf die IT der Stadtwerke Windsbach
Erstelldatum10.07.2026
IT-Sicherheitsvorfall
Öffentliche Bekanntmachung nach Artikel 34 Absatz 3 Buchstabe c DSGVO
Stand: 10.07.2026
Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
am 07.07.2026 sind Unbekannte in unsere IT-Systeme eingedrungen. Die zentralen Server wurden verschlüsselt. Wir informieren Sie hiermit öffentlich über den Vorfall, weil eine individuelle Benachrichtigung aller möglicherweise Betroffenen einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen würde (Art. 34 Abs. 3 Buchstabe c DSGVO). Betroffene Personen, deren Postanschrift bei uns hinterlegt ist, erhalten zusätzlich ein persönliches Schreiben.
Ihre Versorgung mit Strom und Wasser
Die Versorgung ist zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen und läuft ohne Einschränkung weiter. Die Netzleittechnik ist nicht betroffen. Unsere Notrufnummern für Strom und Wasser sind erreichbar.
Was ist passiert?
In der Nacht auf den 07.07.2026 haben Unbekannte unsere IT-Umgebung mit einer Verschlüsselungssoftware angegriffen. Am Morgen war der Zugriff auf zentrale Anwendungen zeitweise nicht möglich. Wir haben unmittelbar Anzeige bei der Kriminalpolizei Ansbach erstattet und unseren externen Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragten sowie unseren IT-Dienstleister eingebunden.
Welche Daten von Ihnen möglicherweise betroffen sind
Nach derzeitigem Kenntnisstand können folgende personenbezogene Daten unserer Kundinnen und Kunden betroffen sein:
- Name, Anschrift, Geburtsdatum (soweit gespeichert), Kunden- und Vertragsnummer, Zählernummer.
- Bankverbindung (IBAN) und SEPA-Lastschriftmandate.
- E-Mail-Adresse, Telefonnummer, schriftliche Korrespondenz mit uns.
Kreditkartendaten, Ausweiskopien und Daten besonderer Kategorien (Gesundheit, Religion, Gewerkschaftszugehörigkeit) liegen uns nicht vor und sind somit nicht betroffen.
Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass personenbezogene Daten kopiert wurden. Die laufende forensische Untersuchung soll dies aufklären. Vorsorglich informieren wir Sie bereits jetzt über mögliche Risiken.
Welche Folgen für Sie möglich sind
- Unberechtigte SEPA-Lastschriften zu Ihren Lasten.
- Gezielte Phishing-Nachrichten (E-Mail, SMS, Messenger) oder Anrufe, die sich glaubhaft auf einen echten Vorgang bei den Stadtwerken beziehen.
- Identitätsmissbrauch, zum Beispiel Bestellungen im Internet auf Ihren Namen.
- Reputations- oder Vertrauensschaden, falls Daten öffentlich zugänglich gemacht werden.
Was wir bereits unternommen haben
Wir haben die betroffenen Systeme unmittelbar isoliert, externe Spezialisten hinzugezogen, die zuständigen Behörden informiert (Anzeige bei der Kriminalpolizei Ansbach, Meldung an die Datenschutz-Aufsichtsbehörde nach Art. 33 DSGVO) und zusätzliche technische Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die vollständige Aufklärung erfolgt im Rahmen einer forensischen Untersuchung.
Was wir Ihnen empfehlen
- Kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge in der nächsten Zeit sorgfältig – auch kleine, ungewohnte Beträge.
- Widersprechen Sie unberechtigten SEPA-Lastschriften über Ihre Bank. Bei einer autorisierten Lastschrift ist die Rückgabe innerhalb von acht Wochen ab Belastung ohne Angabe von Gründen möglich (§ 675x BGB); bei einer nicht autorisierten Lastschrift beträgt die Frist bis zu 13 Monate (§ 676b BGB).
- Seien Sie besonders wachsam bei E-Mails, SMS oder Anrufen, die sich auf uns oder auf Ihre Vertragsdaten beziehen. Klicken Sie keine Links, öffnen Sie keine Anhänge und geben Sie am Telefon niemals Passwörter, TAN oder Kreditkartendaten heraus.
- Nutzen Sie für jeden wichtigen Dienst ein eigenes Passwort. Wenn Sie irgendwo ein Passwort im Einsatz haben, welches Sie mehrfach verwenden, ändern Sie es an den betroffenen Stellen. Ein Passwort-Manager (KeePassXC, Bitwarden, Passkeys in Ihrem Browser) hilft dabei.
- Aktivieren Sie – soweit angeboten – die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Ihrer Bank, Ihrem E-Mail-Konto und wichtigen Online-Diensten.
- Prüfen Sie kostenlos, ob Ihre E-Mail-Adresse in einem bekannten Datenleck auftaucht: Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts (sec.hpi.de/ilc) oder haveibeenpwned.com.
- Informieren Sie im Zweifel Ihre Bank über den Vorfall und lassen Sie sich zu weiteren Sicherungsmaßnahmen beraten. Ein IBAN- oder Kontowechsel ist in der Regel nicht erforderlich.
Ansprechpartner
Für Ihre Fragen rund um den Vorfall stehen Ihnen die Mitarbeiter der Stadtwerke Windsbach während der Öffnungszeiten unter unserer allgemeinen Rufnummer 09871 / 70641-0 zur Verfügung.
Für schriftliche Rückfragen: info@stadtwerke-windsbach.de.
Ansprechpartner für Datenschutz und Informationssicherheit:
Thomas Seßner, externer Datenschutzbeauftragter und externer Informationssicherheitsbeauftragter
E-Mail: thomas.sessner@d-iso.com
Sie haben nach Art. 77 DSGVO das Recht, sich bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu beschweren, insbesondere beim Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz (Wagmüllerstraße 18, 80538 München, poststelle@datenschutz-bayern.de) oder beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (Promenade 18, 91522 Ansbach, poststelle@lda.bayern.de).
Weitere Hilfestellung zum sicheren Umgang mit Datenpannen finden Sie beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (www.bsi.bund.de/buergercert), bei der Verbraucherzentrale Bayern (www.verbraucherzentrale-bayern.de) und bei der Polizeilichen Kriminalprävention (www.polizei-beratung.de).
Aktueller Stand – wir halten Sie auf dem Laufenden
Diesen Text finden Sie dauerhaft unter www.stadtwerke-windsbach.de unter dem Menüpunkt „Aktuelles / IT-Sicherheitsvorfall“. Wir aktualisieren die Seite laufend, sobald neue belastbare Erkenntnisse vorliegen – insbesondere Ergebnisse der forensischen Untersuchung, Änderungen der Betroffenheit oder zusätzliche Empfehlungen. Wir empfehlen Ihnen, in den kommenden Wochen regelmäßig einen kurzen Blick auf die Seite zu werfen.
Wir bedauern die Situation und danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis.
Ihre Stadtwerke Windsbach
Windsbach, den 10.07.2026
